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Ich habe mit meiner 13-jährigen Tochter an der Morticus Ghosttour im Bad Homburger Kurpark teilgenommen. Die Schauspieler Jan Ulyss Reichert und Matthias Zwermann haben uns mit viel Engagement durch den dunklen Abend und nicht minder dunklen Park geführt. Man sollte dabei keine klassische Stadtführung erwarten, sondern vielmehr eine szenisch inszenierte, erzählerische Reise in die Vergangenheit. Besonders Jan Ulyss Reichert überzeugte mit Charme und Präsenz, indem er die Gruppe von Station zu Station begleitete und Geschichten über Pest, Mittelalter und das Leben eines Henkers lebendig vermittelte. Es gab durchaus einzelne Schreck-/Überraschungsmomente, insgesamt blieb der Gruselfaktor jedoch eher moderat. Für uns war es eher unterhaltsam als wirklich „unheimlich“, was sicherlich auch Geschmackssache ist. Positiv fand ich auch, dass wir Fotos machen durften. Ein kleiner Kritikpunkt sind einige inhaltliche Wiederholungen und (dazu kann der Veranstalter nichts: Ich glaube, dass der Gruselfaktor höher ist, wenn die Gruppe größer ist). Manchmal ist es auch gruseligen, wenn mit stillen Momenten gearbeitet wird. Beispielsweise, wenn die Gruppe im dunklen Park an einer Figur mit Pestmaske vorkommt und die Hälfte diese Person gar nicht bemerkt... die anderen sich aber gruseln, weil diese Person nur düster da steht. Phantasie ist schon was schönes. 😉 Positiv hervorzuheben ist die außerordentlich aufmerksame Art des Schauspielers, der immer wieder nachfragte, ob es für alle Teilnehmenden – insbesondere für jüngere Gäste – noch angenehm sei. Insgesamt eine kurzweilige und unterhaltsame Erfahrung mit kleinen Schwächen, die den Gesamteindruck aber nicht wesentlich trüben.